• Der Finanzwesir rockt - Der etwas andere Podcast über Geld und finanzielle Bildung

    Folge 33: Social Trading

    „Geh nicht mit einem Fremden mit“. Diesen Satz kennt jeder. Entweder hat man ihn von den Eltern gehört oder man schärft ihn mittleweile seinen eigenen Kindern ein.
    Aber Dein Geld darf ohne weiteres Mariano Pardo aus Argentinien folgen?
    Warum eigentlich? Wie gut kennst Du ihn ihn? Was weißt Du eigentlich über ihn? Würdest Du ihm Dein Geld anvertrauen, wenn er an Ihrer Haustür klingelt? Nein? Aber warum dann, wenn er sich auf einer Social-Trading-Plattform wie Etoro, Ayondo oder Wikifolio tummelt?

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    Folge 32 – Erben

    Geerbt! Und plötzlich ist ganz viel Geld da. Was tun? Jubeln und es allen erzählen? Ein, zwei Porsche kaufen? Ein Haus kaufen oder lieber: Sich schlecht fühlen. Warum gerade ich und in Afrika haben die Kinder kein sauberes Wasser!

    Wer plötzlich – aus welchen Gründen auch immer – zu Geld kommt hat erst einmal kein sachlich zu lösendes Anlageproblem, sondern ein emotionales Problem. Der Finanzrocker weiß davon ein Lied zu singen, nachdem er 2007 einen mittleren fünfstelligen Betrag erbte.

    Eins ist jedenfalls klar: Geld verdirbt den Charakter nicht, es verstärkt einfach die schon vorhandenen Eigenschaften. Ohne finanzielle Bildung ist man schnell wieder da, wo man herkam wie man an zahlreichen Lottogewinnern sieht.
    Da werden vollkommen unkoordiniert Häuser, Reisen und Autos gekauft und am Ende steht die Insolvenz.

    Jetzt aber genug gejammert und philosophiert: Was tun, wenn die Erbfee 100.000 Euro vorbeibringt? Wie komme ich ohne zu schleudern von Null auf Hunderttausend?
    Wir haben einige Tipps. Die meisten sind entsetzlich langweilig, fast schon banal. Aber wie das so ist mit Banalitäten: Gesagt sind sie schnell, aber bis man sie umgesetzt hat, muss man doch so manche Psychohürde überwinden.

    Links zum Thema der Woche

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    Finanzbegriff der Woche

    Die Erbschaftssteuer ist eng verwandt mit der Schenkungssteuer. Rechtsgrundlage ist das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz. Die Steuer wurde erstmals 1906 einheitlich im Deutschen Reich eingeführt, nachdem sie zuvor bereits in einigen Bundesstaaten galt.
    Für Erben ist Deutschland eine Steueroase. Eheleute und Partner einer eingetragenen homosexuelle Partnerschaft vererben 500.000 Euro steuerfrei, dazu kommt ein Versorgungsfreibetrag von 256.000 Euro. Pro Kind sind 400.000 Euro steuerfrei. Das sind schon mal eine ganze Menge Nullen, die unangetastet die Generation wechseln.
    Das deutsche Erbrecht ist ein Blutrecht. Wer nicht zur Familie gehört – wie beispielsweise der unverheitratete Partner – muss jedes Erbe ab 20.000 Euro mit 30 Prozent versteuern.
    Ist das gerecht oder nicht? Man kann darüber streiten, aber für den typischen Mittelstandsmenschen dürfte gelten:

    • Persönliche Arbeitsleistung => Spitzensteuersatz von 42%
    • Kapitalerträge => 26,375% (Kapitalertragssteuer samt Soli)
    • Erbe => steuerfrei

    Ungerecht oder korrekt, schließlich schlägt der Staat sonst überall heftig zu?

    Buchempfehlung des Finanzrockers

    Wir erben: Warum Deutschland ungerechter wird* von Julia Friedrichs.

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    Folge 31 – Depot aufräumen

    Der Finanzwesir vor 20 Jahren: Diese Aktie ist die Empfehlung der Redaktion, die kaufe ich. Und diesen Fonds hier auch, denn die ganzseitige Reklame in der Wirtschaftswoche überzeugt mich. Ebenfalls mit dabei: Die Aktien, die ich mir mit Hilfe der Strategie „Dogs of the Dow“ aus Excel herausdestilliert habe. Das war vielleicht eine Arbeit. Alleine, bis ich die ganzen historischen Kurse zusammen hatte.
    Mann, war ich stolz auf mein Depot: Alles voller Empfehlungen. Zwar wurden mir fast alle von Dritten aufgedrängt. Aber das muss man ja nicht so eng sehen. Empfehlung ist Empfehlung. So schlecht kann das ja nicht sein.
    Fast forward. Ein paar Jahre später reift die Erkenntnis, das Empfehlungen auch schlecht sein können. Vielleicht sogar unterirdischer als alles, was man sich hat vorstellen können.
    Natürlich mit Ausnahme der Dogs-of-the-Dow-Aktien. Denn die habe ich mir selbst empfohlen und schon allein wegen des Aufwandes, den ich da reingesteckt habe können die gar nicht schlecht sein.
    Und da ist sie wieder: Die renditekillende Mischung aus vertriebsinduzierten Käufen und eigener Hybris.
    Wir beschäftigen uns in dieser Podcastfolge mit der Frage:

    Und wie komme ich wieder raus aus dieser Nummer?

    Was tun, wenn das eigene Depot nicht gut strukturiert ist, sondern wildwüchsig gewachsen ist? Wie bekommt man die ganzen Empfehlungen der Berater und Banker wieder aus dem Depot ohne das es einem das Herz bricht?

    Geldbeutel und Psyche stäuben sich gegen ein Großreinemachen.

    • Der Geldbeutel:“Willst Du wirklich diese Verluste realisieren?“ und bei Gewinnen: „Denk an die Steuer!“
    • Die Psyche: „Wer verkauft kapituliert – willst Du wirklich zugeben, dass Du so blöd gewesen bist?“

    Mit anderen Worten: Die faulen Ausreden stehen Schlange und warten auf ihren Einsatz.

    Wie bringt man jetzt trotzdem Ordnung ist Depot? Und vor allem: Warum sollest Du dir diese Mühe überhaupt machen? Es heißt doch immer: „Hin und her macht Taschen leer.“ Warum also nicht die Füße stillhalten? Wir zeigen: Auch Buy & Hold ist kein Nichtstun, sondern besteht aus strategischem Tun gefolgt von langen Perioden des Nichtstuns.

    Links zum Thema der Woche

    Finanzbegriff der Woche

    Die Siamesischen Zwillinge Depot & Verrechnungskonto. Warum gibt es zu jedem Depot ein Verrechnungskonto gratis dazu? Ich habe doch schon ein Girokonto. Wir erklären, warum das nicht reicht.

    Buchempfehlung des Finanzwesirs

    Unter Bankern: Eine Spezies wird besichtigt* von Joris Luyendijk.
    Unter Bankern: Eine Spezies wird besichtigt

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    Folge 30 – Was war 2016, was kommt 2017?

    Shownotes

    „Es ist von grundlegender Bedeutung, jedes Jahr mehr zu lernen als im Jahr davor.“
    Peter Ustinov (1921-2004), engl. Schriftsteller u. Schauspieler

    Das war unser Jahresmotto für 2016. Ausgesprochen im Jahresendpodcast 2015.

    Haben wir uns 2016 an unser Motto gehalten? Wir blicken hinter die Kulissen und ziehen Bilanz. Apropos Bilanz: Um Finanzen geht es in diesem Podcast nur ganz am Rande.
    Wir machen ein bisschen Rebalancing und schauen eher gelangweilt auf die Zuckungen der 2016er Börse.
    Warum gelangweilt? Weil wir dieses Jahr abseits der Börse so viele spannende Dinge erlebt haben, dass wir keine Zeit hatten Mr. Market täglich den Puls zu fühlen.
    Aber der Finanzrocker hat noch einige kritische Takte zum Thema „Hype um P2P-Kredite“ zu sagen. Deshalb zieht er sein Geld nach und nach ab und investiert es wieder am Aktienmarkt.

    Wir haben uns auch 2016 für den Abschiedsspruch von 2015 entschieden und planen getreu dem Goethe-Motto:

    „Wenn ein Jahr nicht leer verlaufen soll, muss man beizeiten anfangen.“

    schon eifrig für 2017.

    Der Finanzrocker will 2017 sein zweites Buch herausbringen und „mit weniger Druck an die Sache“ herangehen. Beide sind wir der Meinung, dass es wichtig ist hin und wieder etwas „vollkommen sinnloses zu tun“. Playstation spielen oder Netflix schauen oder rumlungern mögen sinnlos sein – macht aber Spaß.

    Sinnlos und vor allem nervig sind die ganzen Spammer, Trolle und Linkablaicher. Schattige Marketinggestalten, die noch nie diesen Podcast gehört haben und noch nie eine Seite unserer Blogs gelesen haben, uns aber zu kriminellen Handlungen anstiften möchten: „Schreibt doch mal über unser Produkt, kriegt ihr auch Geld dafür. Setzt ordentlich Links und vor allem: Haltet es geheim! Schreibt nicht drüber, dass es Reklame ist.“
    Und was ist mit § 4 Nr.3 UWG, Nr. 11 des Anhangs zu § 3 Abs.3 UWG oder Nr. 23 des Anhangs zu § 3 Abs.3 UWG?

    Aber generell ist das Gejammer auf hohem Niveau. Wir sind beide sehr dankbar, so ein wunderbares Publikum wie Dich gefunden zu haben. Intelligente Menschen, die ihre klugen Kommentare in höflichem Ton vorbringen – da macht das Bloggen einfach Spaß.

    Deshalb wollen wir Dich mal wieder persönlich treffen und planen ein weiteres

    Lesertreffen in Hamburg

    Am Donnerstag, den 23. Februar 2017 laden Finanzrocker und Finanzwesir zum Lesertreffen nach Hamburg ein. Wir wollen um 18:00 Uhr starten. Das Lokal wird wie beim letzten Mal zentral liegen und gut erreichbar sein. Damit die ganze Sache schön überschaubar bleibt, möchten wir 30 Leute einladen. Für 30 Leute finden wir einen netten Raum und dann hat man auch noch die Chance alle Teilnehmer kennenzulernen.
    Wer kann kommen?

    Jeder, der gerne einen Abend mit netten Menschen verbringen möchte und – unter anderem – über das Thema Finanzen reden möchte. Wir haben festgestellt: Unsere Blogleser haben interessante Lebensläufe und Themen abseits der Finanzen sind oft spannender als ETF-Fachsimpeleien. Aber wie dem auch sei, so läuft’s ab:

    1. Mail an lesertreffen@finanzwesir.com mit Deinem Namen
    2. Wir sammeln alle Adressen und melden uns rechtzeitig mit der Location.
    3. Wenn sich mehr als 30 Leute anmelden, dann machen wir eine Warteliste auf. Deshalb wäre es nett, wenn Du absagst, wenn Du nicht kannst.
    4. Etwaige Rückfragen einfach an lesertreffen@finanzwesir.com

    Wir organisieren das genauso hemdsärmelig, wie die erste Veranstaltung. Da hat das auch gut geklappt.

    Die anderen Finanzblogger

    Wir freuen uns sehr, dass es mittlerweile richtig viele von uns gibt, verbinden das aber mit der Bitte: Schreibt nicht von einander ab. Findet Eure eigene Stimme, denn: Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht von allen.

    Jetzt wünschen wir allen frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr.

    Wir hören uns dann im neuen Jahr am 30. Januar 2017 wieder. Den Januar 2017 werden wir dazu nutzen unser neues Podcast-Format zu planen.

    Links zum Thema der Woche

    Medienempfehlung des Finanzrockers

    ZDF Neo Royal – Grab US by the Pussy – Amerika ungewaschen

    Medienempfehlung des Finanzwesirs

     Finanzwesirs 

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    Folge 29 – Entsparen

    Shownotes

    „Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, gelebt werden muss aber vorwärts.“
    Søren Kierkegaard

    Das ist das Problem beim Entsparen. Vermögensbildung ist wie ein Langestreckenflug. Man startet ohne zu wissen, ob und wenn ja wie man am Zielflughafen landen wird. Ein Problem für viele. Die ganze Diskussion wird sehr defensiv geführt und ist von Angst geprägt.
    Viele Leser möchten reicht es nicht zu wissen, wie es in 30 oder 40 Jahren aussieht (Unmöglichkeit 1), sondern sie möchten jeden einzelnen Schritt auf dem Weg dahin vorab kennen (Unmöglichkeit 2).
    Aber wie Herr Kierkegaard erkannt hat: Ein deterministisches Leben wie auf Schienen gibt es nicht. Und wir wissen: Dänen lügen nicht!
    Es muss ja nicht so krass sein, wie Leser S. es formuliert: Er hat weder Weib noch Kind, geschweige denn ETFs, macht sich aber detailliert Gedanken, wie er die nicht vorhandenen ETFs an die nicht gezeugen Kinder vererbt. Trotzden: Für alle unter Mitte 50 ist Entsparen kein Thema.

    Ok, dieser Philosophiekram ist ja ganz nett, aber gibt es denn nichts Konkretes zu sagen?
    Doch. Wir haben uns die Angebote der Finanzindustrie (Auszahlpläne, Sofortrenten, Etappenstrategie) angesehen, sind aber nicht richtig überzeugt.
    Was gibt es sonst noch?
    Die Rente mit Dividende zum Beispiel. Natürlich fallen Dividenden auch schon einmal aus oder schwanken. Wenn man es aber geschickt anstellt und ein bißchen so plant wie die Energiebranche, dann kann sind Dividenden ein probates Mittel Einkommen zu generieren.

    • Grundlast = Kohlekraftwerk = staatliche Rente / Rente aus einer berufsständischen Versorgungskasse / Betriebsrente
    • variable Spitzenlast = Gaskraftwerke = Dividenden

    Wer als „immer selbständig Gewesener“ nie in ein Kohlekraftwerk investiert hat, muss sein Gaskraftwerk im Dauerbetrieb fahren. Das ist eine Herausforderung und die Strafe dafür, nicht diversifiziert zu haben.

    Ach ja, und dann gibt’s da noch den inversen Glidepath von Rob Arnott. Glidepath bedeutet nix anders als „100 minus Alter = Aktienquote“. Ist der Glidepath invers, so bedeutet das: Alter und Aktienqote steigen parallel. Das Rentner-Depot besteht zu 80% aus Aktien. Irrer Irrsinn oder kluge Strategie? Wir finden es heraus.

    Links zum Thema der Woche

    Finanzbegriff der Woche

    Der Begriff Desinvestition, auch Devestition (englisch divestment oder disinvestment) bezeichnet das Gegenteil einer Investition.
    In der Betriebswirtschaftslehre bezeichnet er die Freisetzung von Kapital in einem Unternehmen durch den Verkauf von Vermögensgegenständen, also die Umwandlung von in Sach- oder Finanzwerten investierten Geldbeträgen in liquide Form.
    Privatleute machen genau das Gleiche, wenn Sie von Aktien in Anleihen umschichten.

    Buchempfehlung des Finanzwesirs

    Allen, die demnächst mit der Desinvestition beginnen möchten, empfehlen wir einen Blick auf die Werke des Privatiers Peter Ranning.

    1. Seine Web-Site: Der Privatier – Mit 56 Jahren freiwillig aufhören zu arbeiten?
    2. Sein Buch: Gedanken eines Privatiers: Freiwilliger Ruhestand mit 56 Jahren*

    Gedanken eines Privatiers: Freiwilliger Ruhestand mit 56 Jahren

    Für alle, die noch ein paar Jahre haben bis zur Rente: Das Leben kann stürmisch sein aber trotzdem gut ausgehen. Sturmwarnung: Das aufregende Leben des Kapitäns Jürgen Schwandt. Auf See und in den Häfen.* von Stefan Krücken.

    Sturmwarnung: Das aufregende Leben des Kapitäns Jürgen Schwandt. Auf See und in den Häfen.

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