• Der Finanzwesir rockt - Der etwas andere Podcast über Geld und finanzielle Bildung

    Folge 46: Robo-Advisors

    Robo-Advisor, ein Begriff so trennscharf und exakt wie Auto. Hinter dem Begriff Robo-Advisor verbirgt sich ein buntes Angebot. Manche Angebote sind vollständig automatisiert, andere begreifen sich als „die perfekte Symbiose aus Mensch und Maschine“. Fast alle setzen auf ETFs als Komponenten. Aber manche Anbieter wie Fintego sind vollkommen passiv und rebalancen nur regelmäßig. Andere wie Scalable oder Liquid sind stolz auf ihr aktives Management und versuchen ihren Vergleichsindex zu schlagen.
    Auch rechtlich unterscheiden sich die Anbieter erheblich. Unter den mittlerweile 31 Robos gibt es

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    Folge 45: Finanzielle Bildung ist teuer

    Shownotes

    Finanzielle Bildung = merkelsche Alternativlosigkeit. Sie sind in einem Industrieland steuerpflichtig? Dann sind Sie Teil des Finanzmarketes und haben drei Alternativen.

    1. Alles selbst machen. Blogs, Podcasts und Youtube sind umsonst, Bücher gibt’s in der Stadtbibliothek. Investieren müssen Sie nur Ihre Lebenszeit. Und das nicht zu knapp.
    2. Die Hilfe unabhängiger Dritter in Anspruch nehmen. Der Nachbrenner spart Zeit, kostet aber Geld. Weniger als 150 Euro pro Beratungsstunde sind unrealistisch.
    3. Nichts tun, nichts lernen. Die teuerste Variante. Entweder 0,0% Zinsen auf dem Konto oder das falsche Produkt mit 3% laufenden Kosten und 5% Ausgabeaufschlag.

    Die Alternative vier: „Haltet das Karussell an, ich will aussteigen“ ist nicht im Angebot. Hier gilt: mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen. Wir leben nicht auf der Selbstversorgerinsel, sondern in einer modernen arbeitsteiligen Welt.

    Fazit

    Entweder Sie setzten Geld ein oder Zeit. Wer weder Geld noch Zeit einsetzen möchte und als Vogel Strauß short geht, zahlt Opportunitätskosten: Hohe Gebühren, entgangene Chancen.
    Da hilft auch der ganze Verbraucherschutz nichts. Es wird nicht billiger, nur ehrlicher. Wer nichts zahlen kann oder will bekommt Produkte von der Stange und muss als Do-it-Yourselfer genau wissen was er tut. Lehrgeld zahlt man so oder so.

    Links zum Thema der Woche

    Finanzbegriff der Woche

    Provision versus Courtage. Der Lohn des Maklers heißt Courtage. Versicherungsvertreter erhalten eine Provision. Bei reinen Beratungsdienstleistungen spricht man von Honorar (Honorarberater).
    Das Honorar bezahlen Sie direkt, Courtage und Provision sind Teil der von Ihnen gezahlten Versicherungsprämie und werden von der Versicherungsgesellschaft an den Makler beziehungsweise den Vertreter ausgekehrt.
    Was ist der Unterschied zwischen einem Makler und einem Versicherungsvertreter? Der Makler ist dem Kunden verpflichtet, der Vertreter der Versicherung.
    Ein Makler hat einen Kunden und sucht die passende Versicherung, ein Vertreter hat eine Versicherung und sucht den passenden Kunden.
    Strukturvertriebe und ihre Mitarbeiter sind oft als Versicherungsvertreter registriert. Das gilt zum Beispiel für die DVAG, HMI (jetzt ERGO pro), WBK , Bonnfinanz, AWD (jetzt Swiss Life Select), ZEUS und viele mehr.

    Buchempfehlung des Finanzrockers

    Der Weg zur finanziellen Freiheit: Die erste Million* von Bodo Schäfer.
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    Folge 44: Hamsterrad

    Diese Folge ist eine Mahnung an die Jüngeren und wird den Älteren wenig Trost spenden. Der Untertitel dieser Folge: „Warum es besser ist mit 20 Gas zu geben als mit 50“.

    Die Antwort: Weil man mit 50 andere Prioritäten hat, als noch den Star-Performer im Job zu geben. Mit 50 kann sich auch der hartnäckigste Chucks-Träger sein Schicksal nicht mehr schönreden. Mit der fünf vorne ist ist man alles mögliche aber nicht mehr jugendlich. Mit 55 beginnt für die ersten die Großeltern-Saison.

    Und wenn nicht: Man ist definitiv in der zweiten Halbzeit und fragt sich: „Welche Tore will ich noch schießen?“

    Zeit, die Bucketliste auf dem Schreibtisch auszukippen und die Träume zu sortieren: „Du bleibst Traum, du wirst Realität“.
      
    Das kostet Geld (muss noch mal ins Land der Hobbits) oft aber nur Zeit (ich mach‘ jetzt einen Angelschein).

    Woher nehmen und nicht stehlen?

    Der Tag hat 24 Stunden und wenn das nicht reicht, dann nehmen wir die Nacht dazu. Diesen Spruch überlassen wir den Dreißigjährigen. Mit 50 können wir noch 80 werden, haben aber trotzdem schon Rücken oder Schulter. Dreimal pro Woche den ersten Flug ab Hamburg nach London / Madrid / München und dann mit der letzten Maschine wieder zurück nach Fuhlsbüttel und das wochenlang.

     Das war in den Dreißigern stressig aber machbar. Heute ist es

    1. rein körperlich jenseits unserer Möglichkeiten,
    2. auch nicht mehr so unglaublich erregend. Wir wissen wie fliegen geht und würden auch nicht mehr behaupten, dass wir in Toronto gewesen wären, wenn das „In-Toronto-sein“ sich so beschreiben lässt: Flughafen / Taxi / Konferenzraum / Hotel / Konferenzraum / Taxi / Flughafen. Das ist kein Torontobesuch, sondern SWAT-Action.

    Aber die Träume hocken nun mal auf dem Schreibtisch und hoffen auf Realisierung. Zum zweiten Mal: Was tun?
    Wie wär’s mit einem: „Chef ich geh‘ auf 70%.“
    Wohl dem, der mit 20 spießig genug war sich zügig ausbilden zu lassen und dann ins Berufsleben zu starten. Kein freiwilliges soziales Jahr in Argentinien, kein Work & Travel in Neuseeland, keine Selbstfindung in Indien. Sondern in den Jahren in denen man wirklich belastbar und auch noch so herrlich naiv ist, wird das Geld verdient.
    Was die Naivität angeht: Mit dreißig habe ich auch geglaubt, dass die von der obersten Heeresleitung so voll enthusiastisch verkündete Reorganisation tatsächlich der Knaller ist. Mit 50 trinkt man Whisky und kein Koolaid.

    Ich weiß, es ist viel verlangt mit 30 ein Leben zu planen, dass 80 Jahre dauert. Aber Ihr 50jähriges Ich wird es Ihnen danken.

    „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will“
    Jean-Jacques Rousseau

    oder im Finanzwesirstil:

    „Leben und arbeiten in der arschlochfreien Zone“

    Links zum Thema der Woche

    Finanzbegriff der Woche

    Das Hamsterrad. Ein klassisches Teekesselchen – unsere Deutschlehrer nannten es Homonym oder Polysem.

    1. Laufrad für Kleinnager
    2. Abwertende Bezeichnung für einen 9-to-5-Job

    Medienempfehlung des Finanzrockers

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    Folge 43: ETF-Sparpläne

    Sparpläne – na klar, was soll man dazu schon groß sagen. Sie sind sinnvoll, schnell eingerichtet und oft kostenfrei. Fertig!
    Sagen wir: Fast fertig. Daniel und ich haben genauer hingesehen und festgestellt: Es gibt – im operativen Detail – eine Menge Unterschiede.

    1. Mögliche Sparplanraten (min, max)
    2. Sparplanintervalle (monatlich bis jährlich)
    3. Ausführungstage (zwischen einem und vier)
    4. Dynamisierung
    5. Automatische Wiederanlage von Ausschüttungen (haben nur wenige und dann manchmal noch mit Bedingungen verknüpft)
    6. Zahl der ETF pro Sparplan
    7. Lastschrifteinzug von Drittkonten
    8. Zahl der ETF und Anbieter
    9. Zahl der kostenlosen Aktions-ETF
    10. Depotgebühren
    11. Kaufkosten

    Wenn Sie diese elf Kriterien in endlicher Zeit zu einem funktionierenden Sparplan zusammenbauen wollen müssen Sie kompromissfähig sein. Optimierer, die sich die Auswahl des S-Brokers zum Onvista-Preis mit der Comdirect Portfolio-Flexibilität wünschen werden scheitern.
    Der Finanzrocker sagt ganz richtig:

    „Einen Tod muss man sterben.“

    Unser Fazit: Ein Sparplan ist eine Psycho-Krücke. Man hat ihn nicht, um zu sparen, sondern um in der Krise weiter zu sparen. Das macht die Rendite und nicht die Kaufkostenfuchserei.

    Links zum Thema der Woche

    Finanzbegriff der Woche

    Der Cost Average Effect soll eintreten, wenn man regelmäßig die gleiche Summe in Aktien oder ETFs investiert. Ist der Kurs hoch, bekommt man weniger Wertapiere, sinkt der Kurs füllt sich das Depot schneller.
    Das Problem: Cost average klingt cool und wird von den Banken massiv beworben, hält aber einer kritischen Überprüfung nicht stand. Die Einmalanlage ist kostengünstiger und dazu noch renditeträchtiger.
    Eine Untersuchung des New Yorker Vermögensverwalters Gerstein Fisher zeigt: Die Durchschnittsmethode ist schädlich. So nahmen die Experten den Zeitraum von Januar 1926 bis Dezember 2010 unter die Lupe. Einmalinvestments schnitten demzufolge in 20-Jahres-Abschnitten besser ab, als diejenigen, die den Einstieg in zwölf Schritten innerhalb eines Jahres unternahmen. 70 Prozent der Einmalanleger erzielten eine höhere Rendite.
    Das gilt nicht nur für die USA, sondern auch für den DAX.

    „Für eine fundierte Aussage betrachten wir dabei das gesamte Spektrum der DAX-Entwicklungen seit 1964 in rollierenden 10-Jahreszeiträumen. Dabei haben wir die durchschnittliche Investitionsquote der Einmalanlage auf das gleiche Niveau des Sparplans gesenkt, um vergleichbare Aussagen zum Risiko und Rendite beider Alternativen zu erhalten. Mit der Einmalanlage lassen sich in 2/3 der Fälle höhere Endvermögen erzielen als mit einem Sparplan, obwohl das Risiko (Kapitalbindung, Volatilität) beider Strategien gleich ist. Im Mittel hat die Einmalanlage eine jährliche Rendite von 4,5 Prozent erzielt, während die durchschnittliche Rendite der Sparpläne bei 3,9 Prozent lag. Damit verpufft der Cost-Average-Effekt an der Realität und sollte ad acta gelegt werden.“
    Quelle Mars Asset Management

    Buchempfehlung des Finanzwesirs

    Der Cost Average Effekt in der Anlageberatung – Einsatzmöglichkeiten und Grenzen sowie deren mathematische Hintergründe* von B. Hofmann, M.Richter, F.Thießen und R. Wunderlich (TU Chemnitz)

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    Folge 42: Crash-Angst – Anlegen in Zeiten der Unsicherheit

    An der Börse ist jeden Tag Suppenkasper: „Nein, meine Aktien kauf‘ ich nicht!“ Die Kurse sind immer entweder zu hoch oder zu tief und niemand weiß, ob ab morgen nicht doch Roland Emmerich an der Wall Street die Regie übernimmt.
    Also lieber noch einen Tag warten. Und so steht man am Rinnstein und das Börsenleben zieht an einem vorbei und das Leben wird grau und man war nie dabei. Weder als es regnete und auch nicht, als die Sonne schien. Und das einzige, was sicher ist, ist die staatliche Rente auf „Reicht-für-nicht-unter-der-Brücke“-Niveau.
    Was tun?
    Vielleicht auf die Alberts hören.

    Einstein sagt:

    „Man muß die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.

    Schweizer sagt:

    „Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.“

    Wir sprechen im Podcast über den Unterschied zwischen komplex und kompliziert.
    Kompliziert ist einfach. Zumindest für intelligente Menschen mit genug Zeit.
    Komplex ist tödlich. Zumindest für intelligente Menschen, die sich Zeit nehmen.
    Nichts lähmt einen Ingenieur oder Naturwissenschaftler zuverlässiger als eine solide Portion Komplexität. Komplexität ist wie eine unendliche Folge von Babuschkas. In jeder Puppe steckt nur eine weite Puppe und nicht der finale Erkenntnisgewinn.

    Wir erklären im Podcast, was Sie tun müssen, um endlich anzufangen.

    Unser Fazit

    „Weniger falsch“ ist das neue „Richtig“. Werden Sie Holist und lernen Sie den Kontrollverlust zu lieben.
    Und im Übrigen: Komplexität kann man wegreden. Auch in Ihrer Stadt treffen sich Finanzwesir-Leser und sprechen über Gott & die Welt und Geld & Finanzen.

    Links zum Thema der Woche

    Finanzbegriff der Woche

    Holismus. Man kann die Börse nicht als Summe ihrer Einzelteile begreifen, sondern muss sie als ganzen lebenden Organismus sehen. Nur weil Sie eine Sache vollständig auseinander genommen haben, bedeutet das nicht, dass Sie auch verstanden haben, was dieses Ding „im Innersten zusammenhält“. Das ist Holismus. Jeder redet mit jedem und alles rückkoppelt sich gegenseitig.
    Man muss da ein bisschen aufpassen, denn die Grenzen zwischen Holismus und Mystizismus sind fließend („Das Tao der Physik“). Aber letztlich erklären alle Religionen und Glaubensrichtungen die Welt holistisch.
    Die klassischen Schulfächer sind alle reduktionistisch ausgelegt, die Ökologie, die Ethnologie und die Systemtheorie (Kybernetik (Regelungs- und Kommunikationstheorie) und Chaostheorie) sind holistisch ausgerichtet.

    Buchempfehlung des Finanzwesirs

    Team of Teams: New Rules of Engagement for a Complex World* von General Stanley McChrystal.
    Team of Teams: New Rules of Engagement for a Complex World

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