• Der Finanzwesir rockt - Der etwas andere Podcast über Geld und finanzielle Bildung

    Folge 38: Heiraten

    Heiraten oder nicht heiraten? Das ist hier die Frage.
    In unserem bisher längsten und unausgewogensten Podcast dreht sich alles um die Ehe. Warum unausgewogen? Weil uns die Mitte fehlt. Wir können anekdotisch über unsere Erfahrungen berichten und das Ganze mit den aggregierten Statistiken von Statista abrunden: die Scheidungsquote lag 20156 bei 40,82%.
    Da wir weder Scheidungsrichter noch Ehetherapeuten sind, fehlen uns die 200 Ehen, die wir im Laufe unseres Berufslebens kennengelernt haben.
    Deshalb vorab die Warnung: Wir haben uns zwar eine knappe Stunde Zeit genommen, aber selbst in dieser Zeit können wir nur persönlich gefärbte Schlaglichter setzen.

    Unsere Ehe-Themen

    • Ehe im Wandel der Zeit. Die im Goldenen Blatt der Frau so gehypte Liebesheirat ist – geschichtlich gesehen – eine ziemlich junge Erfindung. Erst 1761 mit dem Beginn der Romantik kam man auf die Idee, dass nicht Pflicht, sondern Zuneigung die Grundlage eines gemeinsamen Lebens bilden sollte.
    • Trotzdem ein Plädoyer für weniger Romantik und preiswertere Hochzeiten. Ehe ist auch Business.
    • Der Finanzwesir preist die Vorteile der Ehe.
    • Der Finanzrocker stimmt vorbehaltlos zu, sagt aber: Alle Vorteile lösen sich bei einer Scheidung in Luft auf. Der Stress des Auseinanderdividierens wiegt das Ehegattensplitting nicht auf. Deshalb strebt er den Titel Ehemann nicht an.
    • Die Bedarfsgemeinschaft: Ein Konstrukt aus der Hölle des zweiten Sozialgesetzbuches. Kombiniert die Nachteile der Ehe mit den Nachteilen des unverheirateten Zusammenlebens.
    • Der Praxisteil: Was tun nach der Heirat und vor der Familiengründung?
    • Scheidung: Was tun um sie zu verhindern. Praxistipp Finanzwesir: Mit das Beste gegen Scheidung: Der Babysitter. Egal was sie will: Es ist nie zu viel. Einmal die Woche raus ohne Kinder und wieder Frau und Mann sein statt Mama und Papa.
    • Statista sagt zum Thema Scheidung: Die Menschen trennen sich auch noch nach 26 Jahren Ehe. Peak-Perfomance in den Ehejahren 6, 5 und 7 in der Reihenfolge. Scheint also was dran zu sein am verflixten siebten Jahr. Aber eigentlich geht die Trennerei ganz fix los. Schon im zweiten Jahr werden ein Haufen Ehen wieder geschieden. Das ist kein Buy & Hold. Das ist Trading mit den bekannt hohen Kosten.

    Links zum Thema der Woche

    Finanzbegriff der Woche

    Das Ehegattensplitting. Ein echter Dino. Seit der Einführung 1958 oft kritisiert, aber nie verändert.
    Wie geht Ehegattensplitting?

    1. Das zu versteuernde Einkommen der Ehegatten wird kombiniert und dann halbiert. Das ist die Splittung.
    2. Für das halbierte zu versteuernde Einkommen wird die Einkommensteuer nach dem geltenden Einkommensteuertarif berechnet.
    3. Die so errechnete Einkommensteuer wird verdoppelt.

    Die Idee

    Die Ehe als Team. Beide Eheleute tragen etwas bei, aber es ist unerheblich wer wie viel zum ehelichen Gesamteinkommen beigetragen hat. Das Ehepaar wird als eine Wirtschaftsgemeinschaft betrachtet.

    Die Wirkung

    Je größer das Delta, umso höher die Wirkung. Das Gesamteinkommen eines Paares beträgt 80.000 €.

    Partner 1 Partner 2 Splittingvorteil pro Jahr
    0 € 80.000 € 7.414 €
    20.000 € 60.000 € 1.715 €
    40.000 € 40.000 € 0 €

    Der Vorteil entsteht dadurch, dass der Besserverdiener in der Progressionskurve nach unten rutscht.

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    Folge 37: Genossenschaften

    Auftrag unseres Hörers Achim: Zinsen gibt es keine mehr. Aktien sind zu riskant. Findet Alternativen. Wie wäre es mit Genossenschaftsanteilen?
    Finanzrocker und Finanzwesir als Teil der SFF (Special FinanceForces) haben den Auftrag angenommen und den HALO-Sprung in den Finanzdschungel gewagt.
    Was haben wir dort gefunden?

    1. Wohnungsbaugenossenschaften
    2. Genossenschaftliche Banken
    3. Energiegenossenschaften

    Was haben wir nicht gefunden? Einen Ersatz fürs Tagesgeld. Allen Zinsheuschrecken sei gesagt: Die Genossenschaften, denen ihr euer Geld geben wollt, wollen es nicht und denen, die es nehmen würden, solltet ihr es besser nicht geben.

    Marke: Eine echte Genossenschaft, eine Genossenschaft, die ihren Namen auch verdient ist keine schnöde Kapitalsammelstelle sondern hat eine Mission und ein Grundsatz-Dezernat. Die Frankfurter Volksbank hat eins. Unvorstellbar bei normalen Geschäftsbanken. Die halten sich Grundsätze doch nur, um sie beizeiten über Bord zu werfen.
    Genosse wird man, weil man die Idee gut findet, billigen Wohnraum braucht oder von der Energiewende überzeugt ist. Man wird nicht Genosse, um sein Vermögen zu diversifizieren. Alle guten Genossenschaften limitieren die Geschäftsanteile pro Nase streng. Wer mehr will, wird gleich abgelehnt oder muss ein Motivationsschreiben verfassen über das dann der Genossenschafts-Vorstand befindet.

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    Podcast-Interview mit Rouven Kasten von der GLS Bank

    Finanzbegriff der Woche

    Die Genossenschaft. Durch die Wikipedia definiert als

    „Ein Zusammenschluss mehrerer Personen, beispielsweise Handwerker oder Bauern, mit dem Ziel, ihre gleichen wirtschaftlichen Interessen durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern.“

    Einer der Väter des genossenschaftlichen Gedankens ist Friedrich Wilhelm Raiffeisen , geboren am 30. März 1818 in Hamm (Sieg); gestrben am 11. März 1888 in Neuwied. Er war ein deutscher Sozialreformer und Kommunalbeamter. 1848 – als Bürgermeister von Flammersfeld – musste er mit ansehen, wie die Landwirte seiner Bürgermeisterei reihenweise dem Viehwucher zum Opfer fielen. Skupellose Händler verkauften minderwertiges Vieh zu überhöhten Preisen auf Kredit mit viel zu kurzen Rückzahlzeiten und weit überhöhten Zinsen. Die Bauern waren leider nur Bauern und keine Agronomen und so wurden sie zu Dutzenden in den Ruin getrieben.
    Raiffeisen wollte nachhaltig helfen und gründete deshalb den Flammersfelder Hilfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte. Dieser Hilfsverein gilt als erste Genossenschaft Deutschlands.

    Buchempfehlung des Finanzwesirs

    Was man für Geld nicht kaufen kann: Die moralischen Grenzen des Marktes* von Michael J. Sandel.
    Was man für Geld nicht kaufen kann: Die moralischen Grenzen des Marktes

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    Folge 36: Vermögenswert oder Verbindlichkeit?

    Wir starten mit Bernhard Baruch, Finanzier und Ökonom, der sagte

    „Es gibt tausend Möglichkeiten, Geld loszuwerden, aber nur zwei, es zu erwerben: Entweder wir arbeiten für Geld – oder das Geld arbeitet für uns.“

    und stellen fest:
    Nicht alles, was ein Vermögen kostet ist auch ein Vermögen wert. Wir sprechen in diesem Podcast über den Unterschied zwischen einem Vermögenswert und einer Verbindlichkeit.

    Wer das Neuland fragt: „Was ist ein Vermögenswert“ bekommt jede Menge Antworten. Die stimmen bestimmt auch alle, nur leider sind sie meist sehr BWL-ig eingekleidet und deshalb nur so mittelgut verständlich.
    Wir arbeiten mit den Definitionen:

    • Vermögenswert: Füllt die Geldbörse.
    • Verbindlichkeit: Leert die Geldbörse.

    Aktien, vermietete Immobilien, unsere Blogs, Bücher oder Patente sind Vermögenswerte. Das superteure Sofa leider nicht und auch das Auto nicht. Urlaube sowieso nicht und Schulden schon mal gar nicht. Wer Konsumschulden hat, ist als Mensch eine Verbindlichkeit, denn dann kostet man mehr als man verdient.

    Was ist mit der selbstgenutzten Immobilie und dem Goldbarren im Tresor? Wenn nach Abzug aller Kosten beim Verkauf ein Gewinn bleibt, dann war es wohl ein Vermögenswert. Aber Cashflow-Bringer – also Vermögenswerte im eigentlichen Sinne – sind beide nicht.

    Unser Fazit

    Denk Dich reich!
    Oh Mann Finanzwesir, was ist denn das für ein Eso-Schwachsinn!
    Nicht ganz. Viele Mensche die kein Vermögen aufbauen leiden an Parkinson.
    Der britische Soziologe C. Northcote Parkinson formuliert im zweiten Parkinsonschem Gesetz – auch bekannt als das Gesetz der Verschwendung

    „Ausgaben steigen stets bis an die Grenzen des Einkommens.“

    Wer sich reich denkt, hat einen langen Zeithorizont und eine gute Vorstellungskraft. Solche Menschen sehen vor ihrem inneren Auge, wie ihre Zukunft in 20 Jahren aussehen soll und verfallen deshalb Parkinson nicht.

    Links zum Thema der Woche

    Finanzbegriff der Woche

    Vermögenswert und Verbindlichkeit.
    Ein Vermögenswert füllt die Geldbörse, eine Verbindlichkeit leert sie.

    Medienempfehlung des Finanzrockers

    Finanzielle Freiheit: Wie Menschen leben, die nicht mehr arbeiten müssen* von Gisela Enders
    Finanzielle Freiheit: Wie Menschen leben, die nicht mehr arbeiten müssen

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    Folge 35: Die 4G des Andre Kostolany

    Schon Altmeister Andre Kostolany wusste: Wer in finanziellen Dingen reüssieren will, braucht die vier G

    1. Geld
    2. Gedanken
    3. Geduld
    4. Glück

    Es erwartet Sie ein philosophischer Podcast, der das Testpublikum zu Heiterkeitsstürmen hingerissen hat. Was aber vielleicht auch daran liegt, dass wir erstmals mit unseren neuen Mikrofonen* am Start sind.

    Der Rubel rollt, wir reden über russische Anleihen aus der Zarenzeit, Adenauer, de Gaulle und die sehr luktrative deutsch-französische Freundschaft. Wir suchen das Glück und finden den Kontrollverlust. Aber wir sind gewillt alles mit Geduld auszusitzen, denn wir sind von unseren Plänen überzeugt und sind im Geld. „Geld haben“ bedeutet für Kostolany: Keine Schulden haben. Das was heute im rüden Ami-Stil „Fuckyou-Money“ heißt hat der Gentleman mit den ungarischen Wurzeln so ausgedrückt:

    „Nicht reich muß man sein, sondern unabhängig.“

    denn

    „An der Börse kommt es immer nur darauf an, ob derzeitig mehr Dummköpfe als Papiere oder mehr Papiere als Dummköpfe vorhanden sind!“

    Wenn sich zu viele Dummköpfe auf dem Parkett tummeln geht man lieber in die Oper.

    Links zum Thema der Woche

    Finanzbegriff der Woche

    Die Börsenpsychologie, neudeutsch Behavioral Finance.
    Kostolany war der Meinung, dass sich 90% des Börsengeschehens mit Psychologie erklären lassen. Deshalb könne an der Börse alles passieren, sogar das was logisch ist.
    Von formaler ökonomischer Bildung und dem Homo oeconomicus hielt er nicht viel:

    „Wirtschaftsstudenten brauchen natürlich ihr Diplom als Eintrittskarte ins Erwerbsleben. Vielleicht werden sie sogar einmal gute Professoren. Aber haben sie schon einmal einen reichen Professor gesehen? – Um an der Börse Erfolg zu haben, halte ich Kenntnisse der Jurisprudenz, der Psychologie und der Philosophie für viel wichtiger.“

    Buchempfehlung des Finanzwesirs

    Die Kunst, über Geld nachzudenken* von André Kostolany
    Die Kunst, über Geld nachzudenken

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    Folge 34: Kreditkarten, EC-Karten, Kundenkarten

    Der unsterbliche Kassendialog: „Macht 34,87 €. Haben Sie eine Payback-Karte?“
    Wir fragen: Wie viel – und vor allem – welches Plastik soll man mit sich führen.
    Wie nützlich sind Kreditkarten, EC-Karten und die ganzen Kundenkarten wie die Bahncard, die Payback-Karte oder die anonyme Brotstempelkarte des Finanzwesirs?
    Und natürlich die Frage: Wieviel Plural brauche ich wirklich? Eine, zwei, drei oder gar vier Kreditkarten? Kundenkarten: Immer ja sagen zum Deal „Daten gegen tolles Topfset“ oder doch lieber abstinent bleiben (meine Daten gehören mir)?
    Wir gehen unter anderem diesen Fragen nach

    1. Wer hat die ganzen Karten überhaupt erfunden und zu welchem Zweck?
    2. Debitkarten: Wenn Sie mal Ihre EC-Karte, die jetzt übrigens offiziell Girocard heißt, genau ansehen, werden Sie feststellen: Da sind eine Menge Logos aufgedruckt. Was steckt hinter Symbolen wie girocard, VPay oder Maestro?
    3. Kreditkarten: Als echte Kreditkarte, als getarnte Debitkarte (vorher aufladen, dann abshoppen) oder als Kreditkarte, so wie wir sie kennen. Man kriegt einen knappen Monat Kredit und dann wird alles automatisch über das Girokonto ausgeglichen.
    4. Die wunderbare Welt der Kundenkarten. Menschen, die Google für eine Außenstelle der NSA halten und ihren Browser mit Adblockern abdichten geben ihre Daten für Peanuts her. 29 Millionen aktive Payback-Nutzer können nicht irren. Laut Bundesanzeiger setzte Payback im Geschäftsjahr 2015 etwa 222 Millionen Euro um und machte ungefähr 59 Millionen Euro Gewinn. 27% Gewinnmarge ist nicht schlecht. Im Handel sind es of unter 1%.

    Das Karten-Fazit

    Praktisch und manchmal ein Muß, aber gefährlich. Die Karte macht Geld ausgeben noch abstrakter. Wenn wir uns die Historie des Handels einmal kurz ansehen:

    • Ware gegen Ware: Mammutfleisch gegen neue Speerspitzen. Ganz konkret. Die frische Wunde am Oberarm zeigt: Da war das Mammut schneller. Der Jäger weiß, wie hart er für die neuen Speerspitzen gekämpft hat.
    • Gold gegen Ware: Keine Wunden mehr, aber ein Goldstück rauszurücken ist doch mit Abschiedsschmerzen verbunden.
    • Papiergeld gegen Ware: Jetzt wird’s langsam abstrakt. Ein paar Baumwolllappen für einen schönen Mantel. Das geht nur, wenn man vertraut.
    • Karte gegen Ware: Tausche nichts (Unterschrift oder Geheimzahl) gegen Ware. Gefühlt – ein Gratiseinkauf. Actio (kaufen) und Reactio (weniger Geld) sind zeitlich und räumlich getrennt.

    Links zum Thema der Woche

    Finanzbegriff der Woche

    POS – Point of Sale, die Kassenzone: Der tatsächliche Ort, an dem der Karteninhaber einen Kauf tätigt und mit der Karte bezahlt. Es handelt sich typischerweise um ein Ladengeschäft eines Vertragshändlers oder online um den Checkout.

    Unsere Medienempfehlung

    1. Kartensicherheit.de, Betreiber ist die Firma EURO-Kartensysteme, ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen.
    2. PDF zum Thema Zahlungskartenbetrug. Herausgegeben von der Landesmedienstelle der Polizei in Sachsen-Anhalt.

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