Folge 32 – Erben

Geerbt! Und plötzlich ist ganz viel Geld da. Was tun? Jubeln und es allen erzählen? Ein, zwei Porsche kaufen? Ein Haus kaufen oder lieber: Sich schlecht fühlen. Warum gerade ich und in Afrika haben die Kinder kein sauberes Wasser!

Wer plötzlich – aus welchen Gründen auch immer – zu Geld kommt hat erst einmal kein sachlich zu lösendes Anlageproblem, sondern ein emotionales Problem. Der Finanzrocker weiß davon ein Lied zu singen, nachdem er 2007 einen mittleren fünfstelligen Betrag erbte.

Eins ist jedenfalls klar: Geld verdirbt den Charakter nicht, es verstärkt einfach die schon vorhandenen Eigenschaften. Ohne finanzielle Bildung ist man schnell wieder da, wo man herkam wie man an zahlreichen Lottogewinnern sieht.
Da werden vollkommen unkoordiniert Häuser, Reisen und Autos gekauft und am Ende steht die Insolvenz.

Jetzt aber genug gejammert und philosophiert: Was tun, wenn die Erbfee 100.000 Euro vorbeibringt? Wie komme ich ohne zu schleudern von Null auf Hunderttausend?
Wir haben einige Tipps. Die meisten sind entsetzlich langweilig, fast schon banal. Aber wie das so ist mit Banalitäten: Gesagt sind sie schnell, aber bis man sie umgesetzt hat, muss man doch so manche Psychohürde überwinden.

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Die Erbschaftssteuer ist eng verwandt mit der Schenkungssteuer. Rechtsgrundlage ist das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz. Die Steuer wurde erstmals 1906 einheitlich im Deutschen Reich eingeführt, nachdem sie zuvor bereits in einigen Bundesstaaten galt.
Für Erben ist Deutschland eine Steueroase. Eheleute und Partner einer eingetragenen homosexuelle Partnerschaft vererben 500.000 Euro steuerfrei, dazu kommt ein Versorgungsfreibetrag von 256.000 Euro. Pro Kind sind 400.000 Euro steuerfrei. Das sind schon mal eine ganze Menge Nullen, die unangetastet die Generation wechseln.
Das deutsche Erbrecht ist ein Blutrecht. Wer nicht zur Familie gehört – wie beispielsweise der unverheitratete Partner – muss jedes Erbe ab 20.000 Euro mit 30 Prozent versteuern.
Ist das gerecht oder nicht? Man kann darüber streiten, aber für den typischen Mittelstandsmenschen dürfte gelten:

  • Persönliche Arbeitsleistung => Spitzensteuersatz von 42%
  • Kapitalerträge => 26,375% (Kapitalertragssteuer samt Soli)
  • Erbe => steuerfrei

Ungerecht oder korrekt, schließlich schlägt der Staat sonst überall heftig zu?

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