Folge 29 – Entsparen

Shownotes

„Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, gelebt werden muss aber vorwärts.“
Søren Kierkegaard

Das ist das Problem beim Entsparen. Vermögensbildung ist wie ein Langestreckenflug. Man startet ohne zu wissen, ob und wenn ja wie man am Zielflughafen landen wird. Ein Problem für viele. Die ganze Diskussion wird sehr defensiv geführt und ist von Angst geprägt.
Viele Leser möchten reicht es nicht zu wissen, wie es in 30 oder 40 Jahren aussieht (Unmöglichkeit 1), sondern sie möchten jeden einzelnen Schritt auf dem Weg dahin vorab kennen (Unmöglichkeit 2).
Aber wie Herr Kierkegaard erkannt hat: Ein deterministisches Leben wie auf Schienen gibt es nicht. Und wir wissen: Dänen lügen nicht!
Es muss ja nicht so krass sein, wie Leser S. es formuliert: Er hat weder Weib noch Kind, geschweige denn ETFs, macht sich aber detailliert Gedanken, wie er die nicht vorhandenen ETFs an die nicht gezeugen Kinder vererbt. Trotzden: Für alle unter Mitte 50 ist Entsparen kein Thema.

Ok, dieser Philosophiekram ist ja ganz nett, aber gibt es denn nichts Konkretes zu sagen?
Doch. Wir haben uns die Angebote der Finanzindustrie (Auszahlpläne, Sofortrenten, Etappenstrategie) angesehen, sind aber nicht richtig überzeugt.
Was gibt es sonst noch?
Die Rente mit Dividende zum Beispiel. Natürlich fallen Dividenden auch schon einmal aus oder schwanken. Wenn man es aber geschickt anstellt und ein bißchen so plant wie die Energiebranche, dann kann sind Dividenden ein probates Mittel Einkommen zu generieren.

  • Grundlast = Kohlekraftwerk = staatliche Rente / Rente aus einer berufsständischen Versorgungskasse / Betriebsrente
  • variable Spitzenlast = Gaskraftwerke = Dividenden

Wer als „immer selbständig Gewesener“ nie in ein Kohlekraftwerk investiert hat, muss sein Gaskraftwerk im Dauerbetrieb fahren. Das ist eine Herausforderung und die Strafe dafür, nicht diversifiziert zu haben.

Ach ja, und dann gibt’s da noch den inversen Glidepath von Rob Arnott. Glidepath bedeutet nix anders als „100 minus Alter = Aktienquote“. Ist der Glidepath invers, so bedeutet das: Alter und Aktienqote steigen parallel. Das Rentner-Depot besteht zu 80% aus Aktien. Irrer Irrsinn oder kluge Strategie? Wir finden es heraus.

Links zum Thema der Woche

Finanzbegriff der Woche

Der Begriff Desinvestition, auch Devestition (englisch divestment oder disinvestment) bezeichnet das Gegenteil einer Investition.
In der Betriebswirtschaftslehre bezeichnet er die Freisetzung von Kapital in einem Unternehmen durch den Verkauf von Vermögensgegenständen, also die Umwandlung von in Sach- oder Finanzwerten investierten Geldbeträgen in liquide Form.
Privatleute machen genau das Gleiche, wenn Sie von Aktien in Anleihen umschichten.

Buchempfehlung des Finanzwesirs

Allen, die demnächst mit der Desinvestition beginnen möchten, empfehlen wir einen Blick auf die Werke des Privatiers Peter Ranning.

  1. Seine Web-Site: Der Privatier – Mit 56 Jahren freiwillig aufhören zu arbeiten?
  2. Sein Buch: Gedanken eines Privatiers: Freiwilliger Ruhestand mit 56 Jahren*

Gedanken eines Privatiers: Freiwilliger Ruhestand mit 56 Jahren

Für alle, die noch ein paar Jahre haben bis zur Rente: Das Leben kann stürmisch sein aber trotzdem gut ausgehen. Sturmwarnung: Das aufregende Leben des Kapitäns Jürgen Schwandt. Auf See und in den Häfen.* von Stefan Krücken.

Sturmwarnung: Das aufregende Leben des Kapitäns Jürgen Schwandt. Auf See und in den Häfen.

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